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Névé: ein neues Bindeglied für die Walliser Audiovisuallandschaft

25 Juni 2026
Ein Film endet nicht mit den Dreharbeiten. Nachdem die Bilder aufgenommen, geschnitten und zusammengestellt wurden, folgt ein für das Publikum unsichtbarer, aber entscheidender Schritt für die visuelle Identität eines Films: die Farbkorrektur. Mit Névé schaffen Rivages Films und Pentamedia in Sitten einen professionellen Raum, der diesem zentralen Schritt der Postproduktion gewidmet ist. Eine Premiere im Wallis, die es dem Kanton ermöglicht, seine Kapazitäten zur Begleitung audiovisueller Projekte bis zur finalen Fassung auszubauen und seinem kreativen Ökosystem ein strategisch wichtiges Bindeglied hinzuzufügen.

Névé, wo das Bild seine endgültige Form findet

Vom Schreiben des Drehbuchs bis zum Schnitt trägt jede Etappe dazu bei, eine audiovisuelle Produktion zu gestalten. Anschliessend folgt die Farbkorrektur – jener Moment, in dem das endgültige Erscheinungsbild festgelegt wird. Dabei werden Farben, Kontraste, Lichtstimmungen und die visuelle Kohärenz zwischen den einzelnen Szenen bearbeitet. Ein Bild kann weicher, kühler, heller oder intensiver wirken. Doch es geht nicht darum, einen Film zu «verschönern». Die Arbeit besteht vielmehr darin, eine gestalterische Absicht zu verfeinern, Aufnahmen zu harmonisieren, die unter teilweise sehr unterschiedlichen Bedingungen entstanden sind, und den Blick des Publikums gezielt zu lenken. 

Dafür braucht es eine zuverlässige, abgedunkelte und kalibrierte Umgebung, in der Farben präzise beurteilt werden können. Mit Névé verfügt dieser Arbeitsschritt nun über einen eigenen Ort im Wallis. 

Ein Schritt, der nun im Wallis möglich ist

Bislang mussten Walliser Produktionen für die letzten Schritte der Postproduktion häufig den Kanton verlassen. Je nach Projekt wurde die Farbkorrektur in Genf, Lausanne, La Chaux-de-Fonds oder sogar im Ausland durchgeführt, etwa in Brüssel oder Paris. 

Für die lokalen Teams bedeutete dies zusätzliche Reisen und Kosten. Mit Névé können Produktionen diesen Schritt nun vor Ort begleiten – in unmittelbarer Nähe ihrer Partner und ihres beruflichen Netzwerks, ohne den Kanton verlassen zu müssen. 

Für das Wallis bedeutet dies auch: Wird ein Film oder ein audiovisueller Inhalt anderswo fertiggestellt, verlassen Arbeitsstunden, Fachkompetenzen, Budgets und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit das Gebiet. Indem Névé diese Phase in Sitten ermöglicht, trägt das Unternehmen dazu bei, einen grösseren Teil der audiovisuellen Wertschöpfungskette im Kanton zu halten. 

Diese Entwicklung eröffnet zudem neue wirtschaftliche Perspektiven. Ein Team, das mehrere Tage zur Farbkorrektur eines Films vor Ort arbeitet, nutzt mehr als nur einen Raum. Es übernachtet, konsumiert vor Ort, trifft Dienstleister und entdeckt die Region. Davon profitiert weit mehr als nur das audiovisuelle Projekt selbst. 

«Wenn wir hier rausgehen, ist der Film fertig.»

Dario Willommet, Mitbegründer, Kameramann und Colorist bei Rivages Films

Ein Kalibrierungsraum ist nicht nur ein Ort, an dem Farben angepasst werden. Es ist ein Ort der Entscheidung. Dort wird eine Intention getestet, mit den Blicken des Teams konfrontiert und dann gemeinsam übernommen.

Eine Zusammenarbeit im Dienst der audiovisuellen Branche

Névé basiert auf einer klaren Komplementarität. Rivages Films bringt seine Expertise in den Bereichen Bildgestaltung, Film und Farbkorrektur ein, während Pentamedia seine Infrastruktur, sein Netzwerk und seine starke Verankerung in der Walliser Medien- und Audiovisuallandschaft zur Verfügung stellt. 

«Man muss das als eine Zusammenarbeit zwischen technischem Know-how, einer Infrastruktur und einer vor Ort etablierten Agentur betrachten »

— Benjamin Brahovic, Partner, Kameramann und Regisseur bei Pentamedia

Diese Zusammenarbeit hat sich auf natürliche Weise entwickelt. Pentamedia arbeitete bereits für Farbkorrekturprojekte mit Rivages Films zusammen, während Rivages gleichzeitig den Mangel an Angeboten im Bereich der Bildpostproduktion im Wallis feststellte. 

Während sich der Walliser audiovisuelle Sektor zunehmend strukturiert – mit Akteuren wie Studio13, das Drehstudios zur Verfügung stellt, der Valais Film Commission, die Produktionen begleitet und den Kanton als Drehort fördert, oder Valais Films, das Fachleute der Branche vernetzt und zu ihrer Entwicklung beiträgt –, bringt Névé zusätzliche Kompetenzen in die Region ein und ergänzt die audiovisuelle Produktionskette. 

Névé, ein Ort, der für verschiedene Akteure der audiovisuellen Branche konzipiert wurde

Névé kann eine grosse Vielfalt audiovisueller Produktionen beherbergen – von Spielfilmen bis hin zu Unternehmensinhalten. Der Raum steht Rivages Films und Pentamedia zur Verfügung, kann aber ebenso von anderen Produktionsfirmen, audiovisuellen Dienstleistern oder Coloristen genutzt werden, die im Wallis arbeiten möchten. 

Für einen Walliser Dienstleister bedeutet dies, ein Werk in seiner endgültigen Form anbieten zu können, ohne das Projekt ausserhalb des Kantons fertigstellen zu müssen. Für Unternehmen, die einen Image- oder Werbefilm produzieren, eröffnet sich der Zugang zu professioneller Postproduktion. Für externe Produktionen schafft dies einen zusätzlichen Anreiz, ins Wallis zu kommen oder einige Tage länger zu bleiben. Die unmittelbare Nähe zum Bahnhof Sitten erleichtert zudem die Anreise von Teams aus anderen Regionen der Schweiz oder aus dem Ausland. 

Névé ist mehr als ein technisches Werkzeug. Es ist eine gemeinsam nutzbare Ressource, die die Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Regisseuren, Technikern, Agenturen und Unternehmen stärken kann.

Ein technisches, aber vor allem unternehmerisches Projekt

Die Ausrüstung, die für einen professionellen Farbkorrekturraum erforderlich ist, ist selten, kostspielig und wird teilweise speziell angefertigt. Optik, Beleuchtung, Projektion, Belüftung und Kontrollmonitore müssen präzise aufeinander abgestimmt werden, um eine exakte Farbwiedergabe zu gewährleisten. Der Projektor beispielsweise muss entsprechend seiner Projektionsdistanz und den spezifischen Anforderungen konfiguriert werden. Dieses Mass an Präzision ist unverzichtbar. Ist das dargestellte Bild nicht zuverlässig, sind es auch die darauf basierenden Entscheidungen nicht. 

In einem derart spezialisierten Markt ist die Eröffnung eines solchen Raums keine Selbstverständlichkeit. Das Projekt erfordert erhebliche Investitionen, ein tiefes Verständnis der Bedürfnisse der Branche sowie die Fähigkeit, eine kostspielige Infrastruktur gemeinsam nutzbar zu machen, damit die gesamte Wertschöpfungskette davon profitieren kann. 

Es galt, einen fachlichen Bedarf in ein nachhaltiges Projekt zu überführen, eine spezialisierte Infrastruktur verständlich zu machen, ein realistisches Nutzungsmodell zu entwickeln und ein Werkzeug zu schaffen, das unterschiedlichen Akteuren dienen kann.

Erfolg bedeutet nicht nur, einen Terminkalender zu füllen

Drei Monate nach der Eröffnung findet Névé langsam seinen Platz. Die ersten Projekte, die hier durchgeführt wurden, bestätigen das Interesse an einem Ort, an dem Teams ihre Filmaufnahmen im Wallis in einem professionellen und zugänglichen Umfeld fertigstellen können. Ein Studio dieser Art muss seinen Rhythmus finden, Projekte aufnehmen, Produktionsfirmen überzeugen und sich in die Gewohnheiten der Branche einfügen.

«Erfolg misst sich nicht nur an der Anzahl der Tage, an denen der Saal belegt ist, sondern auch an der Zufriedenheit der Teams, die hier ihr Projekt fertigstellen.»

Dario Willommet, Mitbegründer, Kameramann und Colorist bei Rivages Films

Dieses Zitat verdeutlicht die Bedeutung dieser Phase, in der die letzten künstlerischen Entscheidungen Gestalt annehmen. Nach Monaten oder gar Jahren der Arbeit befindet sich das Team in einer der letzten Etappen des kreativen Prozesses – einem Moment des Abstandnehmens, in dem der Film nach und nach seine endgültige Form findet. 

Mit Névé gewinnt die Walliser Filmbranche ein diskretes, aber strategisch wichtiges Bindeglied. Einen Ort, an dem Bilder ihre endgültige Form finden, Kompetenzen verankert werden und sich das audiovisuelle Ökosystem weiterentwickelt und festigt.

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